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Beat Schuwey
1631 Im Fang
Im Fang, 5 Sept. 1976
Sehr geehrter Herr Cottier,
Zuerst möchte ich es nicht unterlassen, Ihnen recht
herzlich zu danken für die freundliche Aufnahme, die
Sie mir anlässlich Ihrer 700 Jahrfeier der Familien
Cottier in Rougemont gewährten. Dieser schöne Tag
wird mir noch lange in Erinnerung bleiben. Sie haben mich
nun telephonisch gebeten, meine paar Worte, die ich
anlässlich dieser Feier zur versammelten Festgemeinde
sprechen durfte, Ihnen zukommen zu lassen. Ich muss Ihnen
aber sagen, dass ich da keine Rede geschrieben habe, sondern
dass ich mir lediglich ein paar Gedanken notiert habe, die
ich dann in unserem Jaunerdeutsch sprach und wovon Sie
sicher nicht viel verstanden. Ich will nun versuchen, diese
Gedanken nochmals zusammenzufassen:
Es ist für mich eine Ehre, bei diesem Fest dabei sein
zu dürfen und eine grosse Freude mit sovielen
Mitbürgern diesen Tag zu verbringen, Mitbürger,
die von überall her kamen, jene von Jaun,
Mitbürger, die wohl auswärts wohnen, aber mit Jaun
stark verbunden sind und uns regelmässig besuchen,
Mitbürger, die Jaun nur kennen vom Hörensagen und
sich telephonisch oder schriftlich melden, wenn ein
Heimatschein benötigt wird. Ich glaube aber nicht, dass
irgend einer da wäre, der sich schämen wird, ein
Jauner zu sein. Mit Stolz können wir feststellen, dass
viele auswärtige Jauner, und nicht zuletzt Jauner von
der Familie Cottier, in politischen, religiösen,
wirtschaftlichen und kulturellen Organisationen ihren Mann
stellen und für ihre Heimatgemeinde Ehre einlegen.
In unseren zwei Dörfern Jaun Im Fang sind die Cottier's
ungefähr gleichmässig verteilt. Von den nicht ganz
800 Einwohnern hat es 9 Familien oder Haushaltungen mit dem
Namen Cottier und es sind dies 24 Personen. Die Jauner
Cottier's kann man etwa so aufteilen: z'Bannwarts,
Gärbers, Gässlers und Chorbers. Meine beiden
Vorgänger als Ammänner von Jaun waren Mitglieder
der Familie Cottier und zwar von z'Bannwarts und ich selber
stamme grossmutterseits auch von dieser Familie.
Ich will Euch unser Jauntal nicht im Detail vorstellen, ich
nehme dazu Gässlers Johanni (Johann Cottier) zu Hilfe,
der ein schönes Gedicht über des Jauntal im
Jaunerdialikt geschrieben hat :
1.
As lit as Täuti wunderschüen
im hübsche Grüyerschlond
As gugge sini Bärd u Flüeh
wit uber z'Schwizerlond
em Turwald a zerkitti Burg
as Jouner Autertum
Mengs Hüsli u mengs Chäppeli
mengs Chilchli zringsetum.
2.
Em Ustag we der Schnie vergeit
u s'gruenet überall,
i p'Fuhra tragen alli Lüt
u jage z'Vieh vam Stall,
Der Geisshirt geit de Hüser noh
u chlpft u huornet früh
der Schafhirt muess em Bracht schuo
em Schafbärig obna si
3.
Der Summer dür hät z' Jounervouch
a bitz a strengi Zit,
Wär höwe will u liret no
där bringts gwüss niena wit
Sie hensle, trischte, birlege alls
u tüen as bitzli lüe
Sie binde mit de Trüegle p'Fert
u tüe sa grad suo i.
4.
Chunt d'Chilbi de i z'Jounerlond
de wird toll Museg g'spilt
der Pürschtel füehrt sis Meitli i
grad wie wes Aerescht gilt,
As Brätzeli u Chüechleni u Güschola
derzue, Mossarda, Oche, frisches Fleisch,
ma weiss net wa is tue.
5.
Un isch de Schafscheid de varbie
de schiesst de Herbecht i p'Böum
Der Geisshirt zieht sis Lüönli i
der Chüer züglet heim,
Uf gemschi geit de Jeger luos
är schiesst ja nie verbi.
6.
Der Winter zieht schuo früe i z' Lond
u bringt a hufe Schniee
em Düörfli gsiet mo d'Hüser bluoss
u d'Lüt fascht gar nit mie
Ma küört em gonze Tau kei Tuon
wa eppa z'Chilchezit
Verlecht gsiesch no vam Ofe us
a Gagger zwüschen'i
7.
Em Winter de geit z'Monevouch
i Houzback un'i z'Heu
der Winter dür isch z'Jennergricht
si prichte allerlei.
Ud'Wiber blätze d'Hosegschlötter
u pofle em Fürhus,
as Gatzemondli fer wes chaut isch
Fagotti vur em Hus.
8.
Schou menga hät vam Jaunerlond
liechthärzeg Abscheid gnuo
"I muess ja sicher onderschwar
viel besser usachuo
Un ussna i der gruosse Wält
da hät na eppes g'stüört
Aer hät em Abe un em Troum
de Mühleglunte küört."
Permettez-moi de vous dire deux mots en
français pour féliciter les initiateurs et
les organisateurs de cette journée, j'ai le
plaisir d'offrir aux deux initiateurs Messieurs Roger et
Maurice Cottier au nom du conseil communal de Jaun un
petit souvenir comme signe de l'amitié qui doit
régner entre la commune de Jaun et la grande
famille des Cottier.
Ce que je vous offre ici est un petit travail d'un membre
de votre famille, le célèbre sculteur
Walter Cottier de Jaun qui est aussi le
réalisateur de tous ces très beaux
monuments en bois que vous pouvez admirer sur notre
cimetière. Je vous invite d'aller regarder notre
cimetière à l'occasion de votre prochaine
visite à Jaun, cela vaut vraiment la peine. Je
souhaite que cette journée soit pour vous tous une
journée pleine de satisfaction et une
journée inoubliable.
Sehr geehrter Herre Cottier, ich hoffe, Ihnen mit diesen
nachträglichen Angaben gedient zu haben und
grüsse Sie freundlich.
Beat Schuwey Syndic Jaun
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